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Wen "Kümmert" es?

 Ein Artikel von Michael KrAMPe

Ja, wen kümmert es wirklich? Scheinbar alle, aber halten wir zunächst mal das zu Wissende fest:

Andreas Kümmert, untersetzt, lichter Haaransatz, eher der Typ Sozialarbeiter als Rockstar, ist gesegnet mit einer gottgegebenen Stimme. Der Medienlandschaft gegeben durch den Gewinn eines Sangeswettstreites, verpatzt die super große Chance und verrät eine ganze Nation. Das, so scheint es, hat es ja seit Stauffenberg nicht mehr gegeben. Wagemutig und gesichtslos fühlt sich jeder berufen „Bad Andy“ mit Scheiße zu bewerfen. Böse Wortwahl, ich weiß, aber das und nichts anderes ist die Bedeutung eines „Shitstorms“!
Zu allem Überfluss nimmt der Kümmert sich auch noch die Dreistigkeit heraus und wehrt sich. Ja wo sind wir denn hier? Erst die Feigheit vorm Österreicher und dann die Fans beschimpfen! Pressekonferenzen absagen und mimosenhaft Konzerttermine platzen lassen?


Also fassen wir kurz zusammen:
Scheiße aussehen, Scheiße benehmen, Feigheit vorm Feind und undankbares Verhalten, das alles kann nur eine Konsequenz haben: Kopp ab!
War Ihnen das jetzt zu krass?
War die Wortwahl nicht gnädig genug?
Komisch, denn genau das entnehme ich ja der öffentlichen Presse und den Postings im asozialen sozialen Netzwerk!
Wenn sie meine Meinung dazu hören möchten, lesen sie bitte weiter, falls nicht, lesen sie weiter die Bildzeitung, posten weiter ihre grenzdebilen Kommentare mit verletzendem Inhalt oder stellen sich eigenhändig mit einem G 36 Gewehr an Europas Grenzen auf und knallen die bösen Flüchtlinge ab. --- Sind sie noch da?---


Meine Meinung ist folgende:
Herr Kümmert hat an diesem Abend etwas sehr wunderschönes getan, etwas sehr menschliches. Er hat sich als jemand hingestellt, der er wirklich ist! Einfach nur ein kleiner Sänger und das sind seine eigenen Worte mit einer wunderschönen Seele! Das hätte uns auch genügen müssen, denn keiner von den Flitzpiepen da draußen, mich eingeschlossen, weiß, wie es in Andreas wirklich aussieht. Andreas, mit der begnadeten Stimme, der immer wieder sein großes Herz zeigte und der sich im Spiel der Medien immer wieder aufreibt. Mich persönlich hat Herr Kümmert nicht die Spur interessiert, bis ..ja..zu diesem schicksalhaften Abend an dem er das große Kunstwerk vollbrachte und Barbara Schöneberger kurzzeitig sprachlos machte! Mit aller größter Wahrscheinlichkeit hat es sich wie folgt abgespielt:
Die große Majorkompanie, auf Neu Deutsch auch gerne Plattenfirma genannt, tritt an das Management des Herrn Kümmert heran und informiert dieses über die Teilnahme ihres Klienten  zum Vorentscheid des diesjährigen ESC! Sektkorken knallen, Arme werden hoch gerissen, „Jihaaaa“ das große Geld kann kommen! Vergessen wir auch nicht: Es geht hier auch um Prestige!“ Selbst der heimische Schutzheilige des ESC, Sankt Ralph (Siegel), würde 15 Tasten aus seinem Klavier beißen, um diese Chance noch einmal für Deutschland zu bekommen! Natürlich hat man auch schon einen Plan B. „Was, wenn Andreas nicht gewinnt?“ Viel wichtiger wäre „Was wäre, wenn Andreas gewinnt?“


Schauen wir uns den Gran Prix doch mal an:
Glitzer und Flitter wo man nur hinschaut, große Stimmen, große Gesten, große Egos, eine Welt, wie sie künstlicher nicht sein könnte. – Weiter weg kann man von der Person Andreas Kümmert wohl auch nicht sein, denn der Kümmert sagt es ja selbst:“Ich bin doch nur ein kleiner Sänger!“
Ein kleiner Sänger, der  auf Benefizkonzerten zu Gunsten der Würzburger Kindertafel musiziert und das auch nicht nur einmalig! Schauen wir uns mal auf YouTube diesen Skandalauftritt von Andreas Kümmert in Ruhe an, sehen wir einen Mann, der sich unwohl fühlt, der instinktiv weiß, dass er in dieser Welt nichts verloren hat. Eine Showwelt, der er nichts zu geben hat und die ihm im Gegenzug auch nichts zu geben hat. Der es vor innerer Spannung kaum Aushalten kann, bis er die für ihn erlösenden Worte gesprochen hat und damit der Mediengeilheit eine ganz klare Abfuhr erteilte. Was danach folgte ist doch wohl kaum Herrn Kümmert’s Schuld, sein sich erwehren mehr als nur verständlich, da es für ihn doch die richtige Entscheidung war!
Den mehr als zig Idioten da draußen kann ich nur einen Rat geben: Vor dem nächsten Shitstorm einfach mal das Hirn einschalten(!), denn weiter weg kann man vom zivilisierten Umgang miteinander wohl nicht sein!
Keine Frage, auch ich kann Wut verstehen, aber sollten wir nicht nach all der Zeit, die vergangen ist umdenken und das menschliche sehen, wohlgemerkt das Menschliche. Nicht das was Bild, In Touch und Konsorten uns tagtäglich reißerisch verkaufen wollen.


Ich für meinen Teil schaue auf zu Andreas Kümmert! Respektiere seine Entscheidung und bin nicht daran interessiert noch einen Curt Cobain zu erschaffen, denn grad das Schicksal des Nirvana Sängers zeigt allzu deutlich was geschehen kann wenn man nicht rechtzeitig „HALT“ sagt im Spiel der Medien!
Ach, eines noch! Diesen Aufruf zum Mord an seinem Manager, sehe ich insofern nach, da die aufgeheizte Situation und Anspannung dieses ja förmlich hochbeschworen hat. Gehen wir in unser Alltagsleben zurück, so hat wohl jeder von uns schon einmal eine ähnliche Aussage getätigt und wohl auch so gemeint und gottverdammt, wir reden hier immer noch von „Musik“. Glaubt denn wirklich irgendjemand da draußen, dass sich im Big Business wirklich alle lieb haben, dass da kein Konkurrenzdenken ist? Es geht ums Geld und nicht um Kunst oder Können!


Abschließend möchte ich noch eines sagen:
„Andi weiße wat, für die Affen würde ich auch nicht singen. Hasse richtig gemacht, dat nächste Bier geht auf meinen Deckel!“
Für die Glanzleistung und Theatralik liebes Deutschland gibt es von mir null Punkte, zero Points!
Erstellt am: 26. 05. 2015 20:47:48Uhr
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