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Dean vs Epiphone

 Ein Artikel von Michael KrAMPe

In der ersten Werbebroschüre zur PRS Santana Se, wurde Carlos Santana wie folgt zitiert: " This Guitar is your first wings! ". Was uns Carlos da mitteilen wollte ist nur, wie wichtig das erste Werkzeug/Instrument für die Freude am Werken/Musizieren ist.
Das mag sicherlich richtig sein, aber wenn wir mal ins letzte Jahrhundert zurückgehen, also so um1950 rum, dann stellen wir fest, dass fast alle relevanten Saitenstars ihre Karriere auf billigen, minderwertigen Instrumenten begannen. Egal, welchen Namen Sie jetzt nennen, die ersten, zarten, kindlichen Schritte unternahm man auf Schrottinstrumentarium. Mich übrigens eingeschlossen (EKO Jaguar/Strat über Marathon MG 10 Tweedcombo)!

Eine der wenigen berühmten Ausnahmen ist Kerry King von Slayer und jetzt mal ehrlich, den finden Sie doch nicht wirklich gut, oder? Igitt, echt? -Schon mal was von Hetfield gehört? !!!! Also, echt, jetzt brauche ich`n Jägermeister!
Was ich nun aber sagen möchte, so als kleine Randnotiz; es ist natürlich schön, auf ordentlichem Equipment anzufangen, aber wirklich wichtig...? Kann schlechtes Zeuch wahre Bestimmung aufhalten? Oder hat Eddie Van Halen Recht, als er sagte: " Man muß Scheiße gegessen haben um zu wissen, wie ein Steak schmeckt!"

Die zu testenden Instrumente sind preislich in der 100 € - 200 € Ecke angesiedelt. Dann wollen wir mal schauen, was uns Dean und Epiphone so bieten!
Beide basieren auf der Les Paul Junior und das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Wegen der Firmenzugehörigkeit zu Gibson, ist die Epiphone rein äußerlich näher am Original. Ausnahme, die Kopfplatte, die ist natürlich gewohnt Epiphone! Aufgrund der deckend, schwarzen Lackierung, ist die Holzsorte von Korpus und Hals nicht feststellbar, ich gehe aber von mehreren Teilen Erle (Korpus) und Ahorn (Hals) aus. Mit 22 Bundhals, geschlossenen Mechaniken, Rosewoodgriffbrett, Stoptailpiece und einem Humbucker in Bridgeposition, ist sie minimalistisch aber ausreichend ausgestattet. 1 Volume und 1 Tonepoti runden das Ganze ab. Eigentlich eine schicke Ausgangsbasis, aber den guten Ruf, den Epiphone mittlerweile genießt, setzt man hier leichtsinnig auf `s Spiel. Die Verarbeitung ist alles andere als gründlich. Der verschraubte Hals hat enorm Spiel in der Korpustasche und scheint obendrein in der Breite geschrumpft zu sein. Unangenehm haken die Bundenden in die Greifhand und stimmstabil kenn ich anders. Auch tonal klingt die LP jr. recht belegt und dumpf. Ein Eindruck, er sich elektrisch verstärkt auch nicht ändern lassen will. Bei Highgainsounds neigt der Kollege Humbucker auch recht schnell zum Pfeifen. Also, als Einsteigergitarre der heutigen Zeit ist man da weit vorm Ziel hängen geblieben. Jemand aber, der wahrhaft berufen ist und sich "seinen" Ton erkämpfen will, könnte mit dieser Gitarre eine solide Ausgangsbasis haben.

Anders dagegen, die Dean Evo XM, die nur 10 € teurer ist. Hals und Korpus sind seidenmatt lackiert und ordentlich verarbeitet. Dieses aber dermaßen gut, dass man einen höheren Preis vermutet.
Das Korpusholz Linde (Basswood) liegt tonal auch näher an Mahagoni, welches ja wiederum das Les Paul Holz überhaupt ist. Schön holzig fühlt sie sich an und der Ton kann sich frei entfalten.
Die Halsmaße (Ahorn) sind sehr junior, so das auch kleine Hände zurechtkommen!
Spendabel zeigt man sich auch bei der Hardware. 2 Humbucker, 1 Volumepoti, 1 Tonepoti und 3 weg Toggleswitch machen hier einen professionellen Job. Auch bei den Highgainsounds bleibt die Evo zahm. Das scheint jetzt nicht so superwichtig, aber gerade junge Gitarristen sind für hohes Gain ja sehr empfänglich.

Kurzum, bei Dean hat man das Konzept einer Juniorgitarre doch besser verstanden und umgesetzt. Selbst für Gitarristen mit mehr Erfahrung, macht die Anschaffung der Dean Sinn, denn als preiswerte Backupgitarre bei Gigs ist sie allemal erste Wahl.
Zur Epiphone kann ich nur sagen: Schade, denn mit etwas mehr Sorgfalt und Mühe, hätte man auf dem schwer umkämpften Einsteigermarkt ganz fett punkten können.
Erstellt am: 24. 06. 2015 12:53:04Uhr
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